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Die fünf Wendungen, die man am Tisch braucht — und die Erklärung dafür, warum jeder sie anders schreibt.
Pfälzisch gehört zu den rheinfränkischen Mundarten innerhalb des
Westmitteldeutschen — und hat mit pfl einen eigenen
ISO-639-3-Sprachcode. Geschätzt rund eine Million Menschen
sprechen es.
Es zerfällt in Westpfälzisch und Ostpfälzisch; zum Ostpfälzischen zählen das Vorderpfälzische und das Kurpfälzische.
Und es ist weiter gereist, als man denkt: Die Auswanderer von 1709 nahmen ihre Sprache mit nach Nordamerika. Mehrere hunderttausend Menschen in den USA und Kanada sprechen oder verstehen bis heute Pennsylvania Dutch — eine Sprache, die dem heutigen Pfälzisch sehr ähnlich ist. Mehr dazu auf der Seite zur Pfalz.
Weil es keine amtliche Rechtschreibung gibt. Pfälzisch ist eine gesprochene Sprache. Wer sie aufschreibt, schreibt mit, was er hört — und gehört wird von Ort zu Ort Verschiedenes.
Zwei Beispiele, beide belegt:
Wir geben hier jeweils die verbreitetste Form an. Wenn jemand aus dem Nachbardorf es anders schreibt, hat er deshalb nicht unrecht — er hat nur ein anderes Dorf.
„In de Palz geht de Parrer mit de Peif in die Kerch."
Hochdeutsch: In der Pfalz geht der Pfarrer mit der Pfeife in die Kirche.
Der Satz ist der klassische Prüfstein der Mundart, weil er viermal dieselbe Sache vorführt: Wo das Hochdeutsche pf spricht, spricht das Pfälzische ein schlichtes p. Pfalz wird zu Palz, Pfarrer zu Parrer, Pfeife zu Peif.
Wer den Satz ohne Anlauf sagen kann, muss nichts weiter beweisen.
Mit diesen fünf kommt man durch jeden Abend in der Pfalz. Vier davon sind Zustimmung, eine ist eine Mahlzeit.
Brötchen, Wurst und Wein. Keine Redewendung im engeren Sinn, sondern eine Mahlzeit — und die bekannteste Formel der Region, verbreitet auch in Rheinhessen, an der Bergstraße und im Rheingau.
Dazu gehören ein Paarweck, kalte Fleischwurst und Wein. Gegessen wird aus der Hand; gebraucht werden nur ein Messer und ein Korkenzieher. In der Pfalz steht der Wein dabei im Dubbeglas, einem halben Liter. In der Südpfalz heißt die Formel Weck, Worscht un Wai.
Hauptsache, gut gegessen. Das inoffizielle Lebensmotto der Pfalz und die Antwort auf fast jede Beschwerde über fast alles. Wer sie hört, darf das Thema für beendet halten.
Der Schoppen muss laufen. Heißt: Das Glas darf nicht stehen bleiben. Ein Schobbe ist der halbe Liter — gemeint ist der Fluss des Abends, nicht die Geschwindigkeit.
Hallo, grüß dich. Die universelle Begrüßung, tageszeitunabhängig, für jeden. Ein Wort, zwei Silben, keine weiteren Formalitäten. Wer „Guten Tag" sagt, ist entweder von weit her oder will etwas verkaufen.
Aber ja, selbstverständlich. Auch als Ah jo — Zustimmung mit einem Unterton von „das war doch klar". Verwandt damit: „Alla hopp, alla guud" für na dann, die pfälzische Art, ein Gespräch oder einen Abend zu beenden, ohne unfreundlich zu werden.
Was auf der Karte steht und im Hochdeutschen anders heißt.
Wörter aus dem Wikipedia-Artikel zur Mundart, zum Vergleich: Kerch (Kirche), Siwwe (sieben), Hoor (Haare), Nachel (Nagel), Diir oder Deer (Tür).
Sprachwissenschaftlich eine rheinfränkische Mundart des Westmitteldeutschen.
Einen eigenen Sprachcode hat sie trotzdem: pfl nach ISO 639-3.
Hallo beziehungsweise grüß dich — die allgemeine Begrüßung, unabhängig von der Tageszeit.
Brötchen, Wurst und Wein. Eine Mahlzeit aus der Hand, klassisch bei der Arbeit im Weinberg und auf jedem Fest.
Ein halber Liter Wein oder Schorle. In der Pfalz im Dubbeglas serviert.
Geschätzt rund eine Million. Dazu kommen mehrere hunderttausend Sprecher des eng verwandten Pennsylvania Dutch in den USA und Kanada.
Nein. Es existiert keine amtliche Orthografie; die Schreibung folgt der örtlichen Aussprache und unterscheidet sich von Ort zu Ort.
Ein Label aus der Pfalz
Unser Motiv „Heit is Schorlewetter." steht genau in dieser Sprache. Mehr über das Label auf der Startseite, mehr über die Region auf der Seite zur Pfalz — und wie die Leute hier sind, steht bei Der Pfälzer, die Pfälzerin.
Stand: September 2026. Mundart hat keine amtliche Rechtschreibung — Schreibweisen variieren regional. Hinweise auf abweichende Formen nehmen wir gern entgegen.