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Eine Region, die ihren Namen von einem römischen Hügel hat, 130 Jahre lang zu Bayern gehörte — und nicht das ist, was die meisten unter „Kurpfalz" verstehen.
Die Pfalz ist der südliche Teil von Rheinland-Pfalz: 5.451 Quadratkilometer, rund 1,4 Millionen Menschen. Sie grenzt im Westen ans Saarland, im Osten an den Rhein — und damit an Hessen und Baden —, im Süden an Elsass und Lothringen.
Sie zerfällt in vier Teilregionen, die sich spürbar unterscheiden:
Die größten Städte sind Ludwigshafen am Rhein, Kaiserslautern, Speyer, Neustadt an der Weinstraße, Landau, Frankenthal, Pirmasens und Zweibrücken. Mittendrin liegt der Pfälzerwald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands.
Weil hier eines der wärmsten Klimata Deutschlands herrscht: rund 1.700 Sonnenstunden im Jahr, im Mittel 11 °C, und nur 500 bis 600 Millimeter Niederschlag. Der Pfälzerwald hält den Westwind ab — die Reben stehen im Windschatten eines Mittelgebirges.
Das Ergebnis ist das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands nach Rheinhessen, mit rund 23.000 Hektar Rebfläche in 141 Weinbaugemeinden. Es gliedert sich in zwei Bereiche: Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße im Norden und Südliche Weinstraße im Süden.
Die wichtigste Rebsorte ist mit Abstand der Riesling: 5.971 Hektar, gut ein Viertel der gesamten Fläche. Dahinter folgen Dornfelder (10,7 %), Grauburgunder (9,0 %) und Spätburgunder (7,2 %). Das Verhältnis Weiß zu Rot liegt bei etwa 60:40.
Aus diesem Riesling wird dann das, worum es hier eigentlich geht: ein Schorle, im Dubbeglas, idealerweise in einer Straußwirtschaft.
Vom lateinischen palatium — und das wiederum vom Palatin, dem Hügel in Rom, auf dem der Kaiserpalast stand.
Im Mittelalter war eine Pfalz ein königlicher Verwaltungssitz. Der König reiste zwischen diesen Stützpunkten umher; verwaltet wurden sie in seiner Abwesenheit von einem Pfalzgrafen. Aus dem Amt des Pfalzgrafen bei Rhein wurde später ein Territorium — und aus dem Territorium ein Landschaftsname.
Die Region heißt also nach einer Verwaltungsfunktion. Vom Palast zum Verwaltungssitz zum Weinbaugebiet: ein bemerkenswerter Abstieg, aus dem etwas Besseres wurde.
Nein — und das ist der häufigste Irrtum bei diesem Thema. Die Kurpfalz war ein Kurfürstentum des Heiligen Römischen Reichs, ihr Schwerpunkt lag rechts des Rheins um Heidelberg und Mannheim. Das liegt heute in Baden-Württemberg.
Die Eckdaten der Kurpfalz:
Die beiden Namen überschneiden sich historisch, meinen aber nicht dasselbe Gebiet. Wer heute „Pfalz" sagt, meint die Region links des Rheins. Wer „Kurpfalz" sagt, meint ein untergegangenes Fürstentum mit Hauptstadt Heidelberg.
130 Jahre lang, von 1816 bis 1946, gehörte die Pfalz zu Bayern — ohne gemeinsame Grenze. Sie war eine Exklave, getrennt vom Königreich durch fremdes Gebiet.
Der Weg dorthin in Stationen:
In diese bayerische Zeit fällt das Hambacher Fest von 1832 — 20.000 bis 30.000 Menschen auf dem Schloss bei Neustadt, mit schwarz-rot-goldenen Fahnen und der Forderung nach Pressefreiheit. Die Pfälzer demonstrierten also gegen ihre eigene Obrigkeit in München. Mehr dazu bei den Pfalz-Tipps.
Nach dem extrem harten Winter 1708/09 verließen mehr als 11.000 Menschen die Pfalz. Es war die erste deutsche Massenauswanderung nach Großbritannien und in die nordamerikanischen Kolonien.
Die Gründe waren Hungersnot, jahrzehntelange Kriegslasten und hohe Steuern — die Folgen des Erbfolgekriegs wirkten noch. In England rechnete niemand mit dieser Zahl; die Ankömmlinge lösten eine Regierungskrise aus. Viele starben unterwegs, andere wurden zwangsweise in Irland angesiedelt oder mussten zurück.
Wer es nach Nordamerika schaffte, nahm etwas mit, das bis heute existiert — siehe den nächsten Abschnitt.
Pfälzisch gehört zu den rheinfränkischen Mundarten innerhalb des
Westmitteldeutschen und hat mit pfl einen eigenen
ISO-639-3-Sprachcode. Geschätzt rund eine Million Menschen sprechen es.
Es zerfällt in Westpfälzisch und Ostpfälzisch, wobei zum Ostpfälzischen auch das Vorderpfälzische und das Kurpfälzische zählen.
Und die Verbindung zu 1709: Die Auswanderer nahmen ihren Dialekt mit. In den USA und Kanada sprechen oder verstehen mehrere hunderttausend Menschen bis heute Pennsylvania Dutch — eine Sprache, die dem heutigen Pfälzisch sehr ähnlich ist.
Deshalb zeichnen wir Mundart auf dieser Seite mit
lang="pfl" aus. Pfälzisch ist kein Gebrabbel mit Akzent,
sondern eine Sprache mit eigenem Code.
5.451 Quadratkilometer mit etwa 1,4 Millionen Einwohnern — der südliche Teil des Landes Rheinland-Pfalz.
Nein. Heidelberg liegt in Baden-Württemberg. Es war Residenz der historischen Kurpfalz, die mit der heutigen Pfalz nicht deckungsgleich ist.
Das zweitgrößte, nach Rheinhessen. Rund 23.000 Hektar Rebfläche, davon 5.971 Hektar Riesling.
Ja, von 1816 bis 1946 — zunächst als „Rheinkreis", ab 1837 unter dem Namen Pfalz. Sie war eine Exklave ohne Landverbindung zu Bayern.
Hochdeutsch, daneben Pfälzisch — ein rheinfränkischer Dialekt mit dem
Sprachcode pfl, eng verwandt mit dem Pennsylvania Dutch in
Nordamerika.
Es gibt keine. Speyer war Hauptstadt des bayerischen Rheinkreises; die größte Stadt der Region ist heute Ludwigshafen am Rhein.
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Stand: September 2026