Nachschlagen
Was sich lohnt, wann man kommen sollte — und die fünf Fehler, die Auswärtige mit großer Zuverlässigkeit machen.
Die Deutsche Weinstraße abfahren — 85 Kilometer zwischen Bockenheim und Schweigen-Rechtenbach. Sie wurde 1935 eingerichtet und ist damit die älteste touristische Weinstraße Deutschlands.
An beiden Enden steht ein Bauwerk als Markierung: im Süden, direkt an der französischen Grenze, das Deutsche Weintor in Schweigen-Rechtenbach, seit 1936 in Stein. Im Norden das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim, deutlich jünger — es kam erst 1995 dazu.
Dazwischen liegt das, worum es eigentlich geht: Weinorte, Weinberge und Straußwirtschaften. Die Strecke ist an einem Tag zu fahren. Empfehlenswert ist das nicht — dafür steht an zu vielen Stellen jemand mit einem Dubbeglas im Weg.
Weil der Name älter ist als seine Bedeutung. Der Dürkheimer Wurstmarkt in Bad Dürkheim geht auf das Jahr 1417 zurück und ist seit 1442 urkundlich belegt. Was dort heute passiert, hat mit Wurst wenig zu tun.
Seit 1966 trägt er offiziell den Titel größtes Weinfest der Welt — in jenem Jahr überstieg der Weinkonsum erstmals 200.000 Liter. Den Besucherrekord hält 2012 mit rund 685.000 Gästen.
Termin ist das zweite und dritte Septemberwochenende. Zwei Dinge sollte man dort gesehen haben:
Er ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Und er hört an der Grenze nicht auf: Seit 1992 ist er UNESCO-Biosphärenreservat, seit 1998 zusammen mit den französischen Nordvogesen — das erste grenzüberschreitende Biosphärenreservat überhaupt.
Höchster Punkt ist die Kalmit mit 673,64 Metern. Das ist kein Hochgebirge, und genau darin liegt der Reiz: Man steht morgens im Weinberg und mittags im Wald, ohne den Tag zu verplanen.
Die Kombination ist das Besondere an der Pfalz — Reben auf der einen Seite der Straße, Sandstein und Wald auf der anderen.
Ende März bis Anfang April, zur Mandelblüte. Die Hauptblüte liegt meist zwischen dem 20. März und dem 10. April und dauert zwei bis drei Wochen — abhängig vom Wetter, also nie exakt planbar.
Entlang der Weinstraße führt der Pfälzer Mandelpfad: rund 100 Kilometer von Bockenheim bis Schweigen-Rechtenbach, durch etwa 20 Orte. Ein Themenweg, keine Etappenwanderung — man steigt ein, wo es gerade blüht.
Dazu gehört das Gimmeldinger Mandelblütenfest, das es seit 1934 gibt. Liegt sein Termin früh im März, ist es das erste Weinfest des Jahres in ganz Deutschland. Damit beginnt die Saison — und mit ihr das Schorlewetter.
Das Hambacher Schloss und den Speyerer Dom. Beide sind keine Randnotizen, sondern Orte von europäischem Rang.
Auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße fand vom 27. bis 30. Mai 1832 das Hambacher Fest statt: 20.000 bis 30.000 Menschen, schwarz-rot-goldene Fahnen, Forderungen nach Pressefreiheit, Versammlungsrecht und nationaler Einheit. Es gilt als eine der Wurzeln der deutschen Demokratie.
Der Speyerer Dom wurde vermutlich ab 1025 unter Konrad II. begonnen. Seit 1981 steht er auf der UNESCO-Welterbeliste; seit der teilweisen Zerstörung von Cluny ist er die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Unter dem Langhaus liegt die Kaisergruft.
Fünf Fehler, die Auswärtige zuverlässig machen — keiner davon schlimm, alle vermeidbar.
Eine Straußwirtschaft darf nur höchstens vier Monate im Jahr öffnen. Wer unangemeldet vorbeifährt, steht mit guter Wahrscheinlichkeit vor einer geschlossenen Tür. Vorher nachsehen, welcher Betrieb gerade „ausgesteckt" hat.
Es gibt keine. Ausgeschenkt werden ausschließlich Eigenerzeugnisse — der Wein des Hauses, sonst nichts. Das ist keine Unfreundlichkeit, das ist die rechtliche Bedingung dafür, dass der Betrieb überhaupt ausschenken darf.
In der Pfalz ist mit Schorle die Weinschorle gemeint. Wer Apfelschorle will, sagt Apfelschorle. Wer nichts dazusagt, bekommt Wein — und sollte sich darüber nicht wundern.
Die Schorle kommt im Dubbeglas, einem halben Liter mit Mulden. Die Noppen sind kein Zierrat: Sie geben den Fingern Halt, auch wenn die Hände fettig oder nass sind. Ein Stielglas kann das nicht.
Der Saumagen ist kein Magengericht, sondern eine Füllung aus Fleisch und Kartoffeln. Der Magen ist nur die Hülle — wie der Darm bei der Wurst. Wer hier abwinkt, lehnt ein Kartoffelgericht ab.
Etwa 85 Kilometer, von Bockenheim an der Weinstraße im Norden bis Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze im Süden.
Die Hauptblüte liegt meist zwischen dem 20. März und dem 10. April und hält zwei bis drei Wochen. Einzelne Blüten können schon Anfang März aufgehen.
Am zweiten und dritten Septemberwochenende in Bad Dürkheim.
Die Kalmit mit 673,64 Metern — der höchste Punkt des Pfälzerwaldes.
Er ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und seit 1992 UNESCO-Biosphärenreservat, seit 1998 gemeinsam mit den Nordvogesen.
Saumagen, Leberknödel, Bratwurst, Dampfnudeln — und dazu eine Weinschorle im Dubbeglas.
Ein Label aus der Pfalz
Weinstraße, Wurstmarkt, Mandelblüte — alles Anlässe. Was in der Pfalz dabei im Glas steht, erklären wir auf den Seiten zu Schorle und Dubbeglas. Mehr über das Label auf der Startseite.
Stand: September 2026. Feste, Öffnungszeiten und Blütezeiten ändern sich — Termine vor der Fahrt beim Veranstalter prüfen.