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Das Dubbeglas

Ein halber Liter, überzogen mit Mulden. Jede davon hat einen Zweck — und keiner davon ist Zierde.

Was ist ein Dubbeglas?

Das Dubbeglas ist das Pfälzer Schorleglas: ein robustes, nach oben breiter werdendes Glas mit einem halben Liter Inhalt, dessen Außenseite mit runden Vertiefungen überzogen ist. Diese Vertiefungen heißen Dubbe und geben dem Glas seinen Namen.

Es ist kein Dekorationsstück und kein Souvenir, sondern Gebrauchsgerät. Auf jedem Weinfest zwischen Bad Dürkheim und Landau steht es zu Hunderten auf den Tischen, gefüllt mit Schorle.

Warum hat das Dubbeglas Noppen?

Damit es nicht aus fettigen Fingern rutscht. Auf dem Weinfest isst man mit der einen Hand — Bratwurst, Saumagen, Leberknödel — und hält mit der anderen das Glas. Ein glattes Glas wird dabei zur Rutschpartie. Die Dubbe geben den Fingern Halt, auch wenn sie fettig oder nass sind.

Das ist der ganze Trick: eine Gestaltung, die aus einem Problem entstanden ist und nicht aus einer Designidee. Dass das Ergebnis heute als Wahrzeichen gilt, ist ein Nebeneffekt.

Wie viel passt in ein Dubbeglas?

Ein halber Liter — in der Pfalz ein Schoppen. Das ist die klassische und mit Abstand verbreitetste Größe. Wer „e Schoppe" bestellt, meint diese Menge.

Gefüllt wird es in aller Regel mit Weinschorle, also etwa zur Hälfte Wein. Ein halber Liter Schorle entspricht damit rund einem Viertelliter Wein — der Grund, warum sich ein Nachmittag am Weinfeststand damit überstehen lässt.

Was bedeutet „Dubbe"?

Dubbe heißt im Pfälzischen schlicht „Tupfen". Der Name beschreibt also genau das, was man sieht: ein Glas voller Tupfen. Daraus wird umgangssprachlich auch der Dubbeschoppe — das gefüllte Glas selbst.

Wer in der Pfalz ein Dubbeglas bestellt, sagt meist gar nicht „Dubbeglas". Man bestellt e Schorle, und was dann kommt, steht ohnehin in einem.

Woher kommt das Dubbeglas?

Die verbreitetste Überlieferung führt nach Bad Dürkheim. Dort sollen Metzger das Glas erfunden haben, weil ihnen bei Schlachtfesten die bis dahin üblichen glatten Stangengläser aus der fettigen oder feuchten Hand rutschten.

Daneben steht ein archäologischer Fund: Bei Ausgrabungen in Gönnheim kam ein Glas aus dem 4. Jahrhundert mit aufgesetzten Noppen zutage, römischen Ursprungs. Ob von dort eine Linie zum heutigen Dubbeglas führt, ist offen — belegt ist sie nicht.

Wie bei vielen Alltagsgegenständen gilt: Es gibt eine gute Geschichte und es gibt gesicherte Belege, und beides ist nicht dasselbe. Wir erzählen die Geschichte — und sagen dazu, dass sie eine ist.

Woraus besteht ein Dubbeglas?

Meist aus Pressglas. Die Dubbe entstehen dabei direkt in der Gussform, in die die Glasmasse gegeben wird — sie werden also nicht nachträglich angebracht, sondern sind Teil der Form. Bei anderen Ausführungen werden die Vertiefungen stattdessen ins Glas eingeschliffen.

Mundgeblasen ist heute praktisch keines mehr; die Gläser kommen aus der Maschine. Das passt zum Charakter des Gegenstands: Er soll billig, robust und ersetzbar sein, nicht kostbar. Ein Dubbeglas, das auf dem Weinfest zu Bruch geht, ist kein Verlust.

Kurz gefragt

Wie viel passt in ein Dubbeglas?

Einen halben Liter. In der Pfalz heißt diese Menge ein Schoppen.

Warum hat das Dubbeglas Dellen?

Damit es bei fettigen oder nassen Fingern nicht aus der Hand rutscht — auf dem Weinfest isst man mit der einen Hand und hält mit der anderen das Glas.

Was heißt Dubbe auf Hochdeutsch?

Tupfen. Dubbe ist das pfälzische Wort dafür.

Was trinkt man aus dem Dubbeglas?

Klassisch Weinschorle. Das Glas ist für genau dieses Getränk gedacht und in dieser Größe üblich.

Ist ein Dubbeglas dasselbe wie ein Schoppenglas?

Umgangssprachlich wird beides gleichgesetzt, weil das Dubbeglas den Schoppen fasst. „Schoppenglas" bezeichnet aber die Menge, „Dubbeglas" die Form mit den Vertiefungen.

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Stand: September 2026